Mahjong-Angriff und Verteidigung: Grundlagen von Betaori
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Wer Mahjong lernt, konzentriert sich oft darauf, die eigene Hand voranzubringen und den Gewinn anzustreben. Doch sobald ein Gegner Riichi ansagt, stellt sich die Frage, welcher Abwurf sicher ist. Im Mahjong sind die Abwägung zwischen Angriff und Verteidigung (Push/Fold) sowie die Defensive zur Vermeidung von Punktverlusten entscheidend. Wenn man lernt, den eigenen Gewinn aufzugeben und absolut sichere Steine zu spielen (Betaori), verringert man Ron-Verluste drastisch.
Eine gute Möglichkeit zum Üben bietet ein Spiel wie Jankokushi, bei dem das Zeitlimit pro Abwurf auf „ohne“ gestellt werden kann (anfänglich auf ohne gesetzt), sodass man die gegnerischen Abwürfe in aller Ruhe prüfen kann.
Entscheidungsgrundlagen für Angriff und Betaori
Greift ein Gegner mit Riichi an, erhöht unbedachtes Weiterspielen das Risiko eines Ron. Riichi ist ein Angriff, bei dem ein Spieler mit geschlossener Hand in Tenpai (ein Stein vor dem Gewinn) 1000 Punkte als Einsatz platziert. Durch Ura-Dora fallen die Punktwerte meist hoch aus.
Folgende Anhaltspunkte helfen bei der Entscheidung zwischen Angriff und Verteidigung:
- Wann angreifen?: Man ist selbst bereits in Tenpai, die Hand verspricht hohe Punkte oder besitzt gute Wartesteine.
- Wann verteidigen (Betaori)?: Die eigene Hand ist noch weit entfernt (z. B. Iishanten oder Ryanshanten, 2 oder mehr Steine bis zum Gewinn) und man müsste mehrere gefährliche Steine abwerfen.
Ist die eigene Hand noch weit vom Ziel entfernt, holt man den Vorsprung kaum auf. Hier sorgt Betaori durch das sichere Abwerfen für ein stabiles Spiel.

In der App spielen
Die beste Methode, diese Überlegungen zu festigen, ist die Praxis. Gegen Computergegner lässt sich Mahjong auch ohne Internetverbindung in aller Ruhe allein spielen.
Erster Schritt der Defensive: Genbutsu wählen
Abbildung 1 als Text
Hand: 2m 3m 5m 4p 5p 6p 3s 4s 5s 7s Ost Ost Ost
Gezogen: 8s
Hervorgehobene Steine: Ost
Notation: 235m456p3457s111z gezogen 8s
In diesem Beispiel befinden sich gegen das Riichi des Gegenübers 3 Ost-Ziegel in der Hand. Die sichersten Steine in der Verteidigung nennt man Genbutsu. Dies sind Steine, die der Riichi-Spieler bereits selbst abgeworfen hat. Nach den Furiten-Regeln darf ein Spieler nicht per Ron gewinnen, wenn er den benötigten Stein bereits abgelegt hat; folglich besteht bei Genbutsu des Riichi-Spielers keine Gefahr.
Wurde Ost bereits vom Gegner abgeworfen, übersteht man durch das Ablegen der Ost-Ziegel aus der Hand 3 Runden völlig sicher. Gibt es kein Genbutsu, sucht man nach Ehrensteinen, die bei allen schon abgeworfen wurden, oder nach Steinen, die Mitspieler gerade gefahrlos ablegten. Verlassen Sie sich stets auf sichtbare Tatsachen statt bloßer Vermutungen.
Anfängern fällt es oft schwer, eine unfertige Hand aufzugeben. Doch gefährliche Steine gegen ein Riichi zu spielen, führt oft zu hohen Punktverlusten. Sobald man erkennt, dass die eigene Hand zu langsam ist, sollte man konsequent auf Genbutsu setzen und defensiv bleiben.
| Rang | Art des Steins | Grund |
|---|---|---|
| 1 | Genbutsu des Riichi-Spielers | Völlig sicher, da Furiten ein Ron unmöglich macht |
| 2 | Ehrensteine, die von allen abgelegt wurden | Können kein beidseitiges Warten bilden und sind meist sicher |
| 3 | Gerade von Mitspielern abgeworfene Steine | Innerhalb derselben Runde meist vorübergehend sicher |
Suji-Logik und Sicherheit bei fehlendem Genbutsu

Abbildung 2 als Text
Hand: 1m 1m 5m 3p 4p 5p 8p 2s 3s 4s 6s 7s 8s
Gezogen: 8p
Hervorgehobene Steine: 1m
Notation: 115m3458p234678s gezogen 8p
In dieser Hand befindet sich 1 Man. Besitzt man kein Genbutsu des Gegners, bieten Suji (Linien) Anhaltspunkte für vergleichsweise sichere Zahlensteine. Suji nutzt die Natur beidseitiger Wartemuster (Ryanmen-Warten auf zwei aufeinanderfolgende Zahlen).
Hat der Gegner beispielsweise 4 Man abgeworfen, wartet eine Sequenz aus 2 Man und 3 Man sowohl auf 1 Man als auch auf 4 Man. Da 4 Man aber bereits im Abwurf liegt, geriete der Gegner bei einem Ron auf 1 Man in Furiten. Hat der Gegner 4 Man abgelegt, kann man mit 1 Man also nicht in ein beidseitiges Ryanmen-Warten laufen.
Die Suji-Kombinationen teilen sich in 3 Gruppen auf: 1-4-7, 2-5-8 und 3-6-9. Liegt 4 im Abwurf, sind 1 und 7 Suji; liegt 5, sind es 2 und 8; liegt 6, sind es 3 und 9. Äußere Randsteine (wie 1 bei geworfener 4 oder 9 bei geworfener 6) gelten als relativ sicher, da sie beidseitiges Warten ausschließen. Zu beachten ist jedoch, dass Suji nur beidseitiges Warten ausschließt: Kanchan- (Innenwartung) oder Tanki-Warten (Einzelwartung) können dennoch treffen.
Gehen die sicheren Steine aus, sollte man nicht wahllos ungeschützte Mittelsteine (Musuji) spielen, sondern Randsteine des Suji-Systems wählen. Selbst ohne perfekten Schutz verringert das systematische Minimieren des Risikos langfristig verlässliche Punktverluste.
Häufige Fragen
Was wirft man ab, wenn kein Genbutsu vorhanden ist?
Am besten eignen sich Ehrensteine, die bereits von allen abgelegt wurden, oder Suji-Randsteine wie 1 nach einer 4 bzw. 9 nach einer 6. Da sie nicht in beidseitige Wartemuster fallen, sinkt das Ron-Risiko spürbar.
Sind Suji-Steine absolut sicher?
Nein, sie sind nicht absolut sicher. Suji schließt lediglich beidseitige Wartemuster aus. Geschlossene Innenwartungen (Kanchan), Einzelwartungen (Tanki) oder Paarwartungen (Shanpon) können dennoch treffen.
Sollte man auch bei eigenem Tenpai Betaori spielen?
Bei schlechter Warteform und geringem Punktwert ist Betaori oft ratsam. Steht das Risiko im Missverhältnis zum Ertrag gegen das gegnerische Riichi, sollte man den Kampf vermeiden.
In der App spielen
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